Lungenarzt-Zentrum Mannheim

Metacholin-Provokation

Der Methacholintest (Methacholin-Provokationstest, englisch Methacholine Challenge Test ) ist ein unspezifischer, inhalativer Provokationstest, der in der Pneumologie und Allergologie zur Messung von bronchialer Obstruktion und Hyperreaktivität z. B. bei Asthma bronchiale eingesetzt wird.

Indikation

Der Ursprung für ein Asthma bronchiale ist ein überempfindliches (hyperreaktives) Bronchialsystem. Verschiedene Reize können beim Vorhandensein eines hyperreaktiven Bronchialsystems Atemnot oder auch Husten auslösen. Zur Diagnostik eines Asthma bronchiale ist die Messung der Überempfindlichkeit der Bronchien entscheidend. Hierzu dient der Methacholintest. Methacholin ist ein Arzneistoff, der dosisabhängig unter Umständen auch bei gesunden Probanden zu einer Bronchialverengung führen kann.

Durchführung des Methacholintests und Auswertung der Resultate

Der Methacholintest ist mit großem apparativem Aufwand verbunden und erfordert entsprechendes Fachwissen. Er wird deshalb meistens in einem dafür spezialisierten Kliniklabor durchgeführt.

Zuerst wird unter Ruhebedingungen die Lungenfunktion mittels Bodyplethysmographie gemessen. Diese große Lungenfunktionsprüfung in einer druckstabilen Glaskabine erlaubt insbesondere die von der Mitarbeit des Probanden unabhängige Bestimmung des Atemwegswiderstandes. Zusätzlich kann eine Überblähung der Lunge (z. B. Lungenemphysem) oder eine Verkleinerung des Lungengewebes (z. B. bei Lungenfibrose) erkannt werden. Dann folgt eine Inhalation der Trägerlösung, um einen Leerwert zu ermitteln. Bei sehr stark reagibelen Patienten können hier bereits signifikante Änderungen der Lungenfunktion zu verzeichnen sein. In einem solchen Fall erübrigt sich die weitere inhalative Provokation. Im Anschluss folgt die stufenweise - mit ansteigender Dosierung - inhalative Applikation der bronchokonstriktiven Substanz Methacholinchlorid beim Patienten mittels Vernebler. Zwischen den einzelnen Stufen (meistens fünf) wird die sogenannte Einsekundenkapazität (engl. Forced Expiratory Volume per 1 second,: FEV1) gemessen und eine Dosis-Wirkungs-Kurve erstellt.

Am Schluss der Untersuchung erhält der Patient ein Arzneimittel, in der Regel Salbutamol (Ventolin®), inhalativ verabreicht, um die bronchiale Verengung wieder zu beseitigen (Spasmolysetest). Sobald die Ausgangslungenfunktion wieder erreicht ist, gilt der Methacholintest als beendet.

Auf die Durchführung des Methacholintests während der Schwangerschaft sollte verzichtet werden.

Literatur

  • Classen, Diehl, Kochsiek: Innere Medizin. Mit 501 Tabellen, 207 Kasuistiken, sowie 137 Praxisfragen zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung. Urban und Schwarzenberg, München u. a. 1991, ISBN 3-541-11671-4, S. 1087–1166.